vom beschädigten zum lebendigen selbst

Ein Entwicklungstrauma widerfährt uns ganz früh im Leben und beschädigt unser Selbst. Als Säugling oder Kleinkind haben wir keine Chance, uns bestimmten Situationen zu entziehen. Wir sind zutiefst abhängig von unserer Bindungspersonen, die uns im besten Fall, neben viel Wärme und Nahrung, auch Anregung und vor allem viel Sicherheit und Beruhigung bieten

 

existenziell bedrohliches Aus der sicht des Kindes

Es muss sich nicht unbedingt ein wirklicher Missbrauch oder eine heftige Vernachlässigung ereignen - eine Situation, die uns in irgendeiner Weise etwas existenziell bedrohlich Erscheinendem aussetzt, genügt.

Für ein Säugling, ein Kleinkind, kann schon etwas wie eine Zangen- oder Frühgeburt, ein Notkaiserschnitt,  eine zu schnelle oder lange Trennung von der Mutter, nicht erhörtes Schreien des Kindes, zu spätes Reagieren auf den Säugling, und vieles mehr, zu einer Traumatisierung führen, da dies aus der Sicht des Kindes existenziell bedrohliche Situationen sein können.

Wenn wir dazu vielleicht noch eine nicht hinreichend sensible Bindungsperson an unserer Seite hatten, wird unser Selbst beschädigt. Diese Verwundung wirkt bis heute in uns, hat eventuell Narbeen hinterlassen.

 

enges Toleranzfenster

Das Leid ist sehr viel oder vor allem durch unser Nervensystem bedingt, welches nun ständig in erhöhter Alarmbereitschaft ist, was der oder die Traumatisierte unter Umständen gar nicht so recht bemerkt, da es zum vertrauten Normalzustand wird.

 

Unsere Selbstregulation und unsere Grenzen sind zu wenig ausgebildet, weshalb wir mit Stress, mit Frustration, nur suboptimal umgehen können und hochempfindlich reagieren.

Unser Toleranzfenster für Reize ist durch die Traumatisierung sehr eng.

 

Beziehungen werden dadurch oftmals nicht einfacher und erzeugen noch mehr Stress. Wir fühlen uns unter Umständen nicht angenommen oder wirklich gesehen, kommen irgendwie nicht richtig an -bei uns, bei anderen, in der Welt.

 

wir reagieren suboptimal aus  früh entstandenen Mustern

Durch in uns entstehende Schemata, wird unsere Art die Welt, Mitmenschen und uns selbst wahrzunehmen, oftmals recht negativ oder düster geprägt sein oder wir sind irgendwie eben gar nicht wirklich da, fühlen uns nicht wertvoll, haben Schuld- oder Schamgefühle.

Kennst Du das so oder ähnlich, dann bist Du hier richtig, um Dich über Möglichkeiten diesen stressigen und leidvollen Zustand, in einen lebendigeren, erfüllenderen zu wandeln, zu informieren

 

Liebevoll sein, zum wichtigsten Menschen auf unserer Erde   -   zu Dir selbst

Es geht darum wieder mehr liebevoll spürend bei Dir selbst zu sein, eigene Bedürfnisse wahrzunehmen und falls notwendig sich selbst oder anderen Grenzen zu setzen.

 

Es geht um Selbstsorge für ein Selbst, das sich liebt, doch auch nicht zu wichtig nimmt. Ein Selbst, welches auf sich achtet und gleichzeitig seine Mitmenschen und die Gesellschaft im Blick hat.

 

Ziel soll es sein durch Offenheit und flexibles Grenzen setzen, ein wirkliches mit uns selbst und der Welt in Kontakt sein, durch mehr Wahlmöglichkeiten, mehr Lebendigkeit und Zufriedenheit, auch immer wieder Momente des Glücklichseins, zu bemerken, alleine, zu Zweit oder in Gesellschaft - ganz wie es im Moment für uns stimmig ist. Einfach ist dieser Weg oftmals nicht, doch sehr lohnenswert!

 

Vom "Nicht-unsere-Schuld"  zur Übernahme von Verantwortung

Prof. Paul Gilbert